Donnerstag, 31. Oktober 2013

[Rezension] Shades of Grey. Gefährliche Liebe - E.L. James

Infos.

Autor/in: E.L. James
Preis: 12,99 €
Seiten: 608
Originaltitel: Fifty Shades Darker

Klappentext.

Verunsichert durch die gefährlichen Leidenschaften und dunklen Geheimnisse ihres Liebhabers Christian Grey, bricht Ana Steele ihre Beziehung zu dem attraktiven jungen Mann ab und versucht wieder ein ruhiges Leben zu führen. Aber Anas Verlangen nach Christian ist ungebrochen, so sehr sie dies auch zu verleugnen sucht. Als Christian vorschlägt, sich wenigstens noch ein einziges Mal mit ihr zu treffen, willigt Ana daher sofort ein – und beginnt erneut eine Affäre mit ihm. Eine höchst gefährliche Affäre, in der sie immer wieder Grenzen überschreitet, in der sie aber auch mehr über die Vergangenheit von Christian erfährt - eine Vergangenheit, die ihn zu einem ebenso verletzlichen wie faszinierenden Mann gemacht haben, der seitdem mit seinen inneren Dämonen kämpft. Gleichzeitig sieht sich Ana der Eifersucht der Frauen gegenüber, die vor ihr Christians Liebhaberinnen waren. Und sie muss die wichtigste Entscheidung ihres Lebens treffen. Eine Entscheidung, bei der ihr niemand helfen kann ...



Meine Meinung.

Ach, wo soll ich nur anfangen...?
Es ist ja noch gar nicht all zu lange her, dass ich Band 1 dieser Trilogie gelesen habe. Wirklich begeistert war ich nicht, aber...naja, ganz offensichtlich habe ich ja doch weitergelesen.
Nach den ersten fünf Seiten (es waren ehrlich nur fünf Seiten, ich übertreibe nicht) hätte ich mich schon wieder ohrfeigen können dieses Buch gekauft zu haben.
Was für ein Unsinn war das denn bitte?
Schon klar, es war zu erwarten, dass Ana und Christian wieder zusammen kommen, nachdem sie ihn ja letztens verlassen hat. Der zweite Band beginnt übrigens fünf Tage nach Ende des ersten, wenn ich mich nicht irre. Ganze fünf Tage haben die beiden es also ohne einander ausgehalten. Natürlich waren es die schlimmsten fünf Tage in Anas bzw. Christians Leben.
Und sollte es nicht verdammt bedenklich sein, dass Ana sich schon fragt, ob er bereits eine neue Sklavin hat. Sklavin?! Das sagt doch schon alles? Wie kann sie ihn vermissen und gleichzeitig daran denken, dass er Sklavinnen hat/hatte. Mir ist immer noch nicht klar, wieso sie nicht gleich im ersten Band von Anfang an schreiend vor ihm weggerannt ist...
Diese ganzen kleinen E-Mails sind ja ganz nett, aber irgendwie braucht man die doch auch nicht wirklich, oder? Zumal ich mich schrecklich darüber aufgeregt habe, dass Christian mal wieder der totale Stalker ist, Ana das aber ja auch so gar nicht stört. Hallo, die beiden sind getrennt! Und da muss er ihr unbedingt Blumen schicken, ihr E-Mails schreiben und sie fragen, ob er sie irgendwo hinfahren soll? Häh? Und wie kann sie da bitte schön auch noch ja sagen?
Man kann also zusammenfassen: Die beiden waren fünf Tage getrennt, halten es nicht ohne einander aus und fangen gleich schon wieder was miteinander an. Das hätte man sich doch echt sparen können! Gut, auf ein ganzes Buch voller Selbstmitleid wie Bis(s) zur Mittagsstunde kann man ja verzichten, aber nur fünf Tage? Da hätte sie ihn doch gleich gar nicht verlassen brauchen, für den Leser waren die paar wirklich wenig Seiten, die die beiden wirklich getrennt waren, eigentlich ziemlich überflüssig.
In der nächsten Szene, an die ich mich gerade erinnere, lässt "Mr. Grey" schon wieder den reichen Mistkerl raushängen, der über alles und jeden bestimmen muss. Was regt dieser Mann mich auf! Ja, ich wusste worauf ich mich eingelassen habe, als ich dieses Buch angefangen habe zu lesen, aber trotzdem! Wieso hat der ganz offensichtlich nur schlechte Eigenschaften? Der ist einfach immer noch nur mega unsympathisch und ich könnte mich wirklich stundenlang über ihn aufregen. Angefangen bei seinen Stalker-Neigungen bis hin zu seiner Lieblingsfrage "Wann hast du das letzte Mal was gegessen?". Meine Güte, sie ist eine erwachsene Frau (zumindest vom Alter, ansonsten bin ich da nicht ganz von überzeugt) da kann sie doch wohl alleine entscheiden was sie wann ist, oder nicht?
Aber nicht nur Christian geht einem unglaublich auf den Keks, sondern auch Ana. Was auch immer sie tut, man möchte sie am liebsten schütteln und ihren Kopf gegen die Wand schlagen, damit sie endlich mal zur Besinnung kommen mag.
Des Weiteren ging es in diesem zweiten Teil der Trilogie verdammt noch mal schrecklich kitschig zu. Aber so richtig. Man könnte Kotzen.
Andauernd denkt Ana nur, wie sehr sie ihn doch liebt. Ja, nach dem zwanzigsten Mal habe ich es verstanden, ich bin ja nicht blöd! Und kaum sagt sie ihm das auch mal, beichtet er, dass er sie ebenfalls liebt. Was für eine Überraschung!
Ab da an werden dauernd nur noch Sachen gesagt wie "Ich liebe dich", "Ewig", "Ich werde dich nie verlassen" und was weiß ich sonst noch. Aber wirklich alle paar Seiten, der aufmerksame Leser sollte das ja nicht verpassen!
Von diesen lauter schrecklichen Liebesbekundungen aber mal abgesehen ging es mal richtig zur Sache! Nein nicht im Bett und eigentlich war das ganze auch nur halb so spektakulär wie es dargestellt wird, aber im Vergleich zum letzten Buch gab es doch glatt mal so etwas wie ein klitzekleines bisschen Handlung auf den 608 Seiten.
Denn es ist Victoria aufgetaucht. Ach nein, entschuldigt, ich meine natürlich Leila! Christians irre Ex-Sub die zum einen ein Ebenbild von Anastasia ist (haha, das schürt natürlich Anas Selbstzweifel) und es natürlich auf die beiden Turteltäuchen abgesehen hat. Mensch, kennen wir das nicht irgendwoher? Tja, so ist das eben wenn eine Fanfiction veröffentlicht. Genau deswegen sollte man eben das ja auch nicht tun!
Leila war nur halb so bedrohlich wie ich gedacht hatte, nachdem sie das erste Mal aufgetaucht war. Und außerdem war sie auch so gut wie nie präsent, dafür dass sie ja so eine "große Bedrohung" ist. Die Szene in Anas Wohnung fand ich ja mal wieder total bescheuert. Da fuchtelt eine total verrückte und irre Ex-Sub mit einer Waffe rum und Ana hat nichts besseres zu tun als ihr einen Tee anzubieten? Hallo, ich hätte verdammt noch mal panische Angst, wenn jemand in meiner Wohnung mit einer Waffe auf mich wartet! Aber Ana natürlich nicht, sie sorgt sich mal wieder um alle anderen nur nicht um sich...schon klar...und dann hat sie auch noch Angst, dass Christian sie mit Leila betrügt, obwohl er ihr bis zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung wie oft gesagt hat, dass er sie liebt und sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen kann. Ein bisschen vertrauen bitte, er mag ja ein Idiot sein, aber trotzdem...dauernd beteuert sie ihn zu lieben und dann kann sie ihm nicht einmal ein bisschen Vertrauen entgegenbringen? Grr...selten habe ich eine Protagonistin so schlecht verstehen können, ich kann ihre Handlungen und Gedanken einfch nicht nachvollziehen.
Nach dieser total unlogischen Szene, über die ich mich jetzt noch ewig weiter aufregen könnte, kam eine Szene, bei der mir ehrlich gesagt die Tränen kamen. Ich habe nicht geheult, Gott sei Dank nicht, aber naja, es wurde ziemlich emotional - und dann hat sie es wieder total versaut!
Christians "dunkles Geheimnis" kommt ans Licht und Ana interessiert das Mal so gar nicht. Renn doch endlich mal schreiend weg! Warum kann sie nicht ein bisschen Verstand haben und vernünftig darauf reagieren, dass alle seine Subs ähnlich aussehen wie die "Crackhure"/seine Mutter. Ein bisschen krank, nicht wahr? Aber nein, Ana stört das nicht. Und Christian hat natürlich auch nichts besserers zu tun, als ihr einen Heiratsantrag zu machen. Ich meine...Leila hat Ana mit einer Waffe bedroht, Christian zeigt endlich seine "dunkle Seite" und er hat nichts Besseres zu tun, als ihr einen Heiratsantrag zu machen?! Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als sie nicht angenommen hat. Die erste Handlung, die man mal wirklich verstehen konnte. Nur leider hat sie auch nicht nein gesagt, sie wollte bloß etwas Bedenkzeit...
An dieser Stelle war man glaube ich etwa in der Mitte des Buches und alles was danach kam habe ich irgendwie auch nur schleierhaft in Erinnerung behalten. Ein paar Begegnungen mit Mrs. Robinson/Elena die mal mehr oder weniger ausgeartet sind. Aber ansonsten...einfach nur endlos viele Seiten die man auch gut und gerne hätte streichen können...obwohl nein, es musste natürlich noch ein "Feind" geschaffen werden, der auch im letzten Buch nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen aussehen lässt. Dazu kann ich noch einmal sagen: Warum muss jeder gottverdammte Kerl auf Ana stehen?! Was ist an der so toll? Sie ist dünn, sie ist blass, sie ist tollpatschig. Davon laufen doch bestimmt hunderte in einer Stadt rum, oder nicht? Aber nein, alle stehen auf Ana.
Zu dem Schreibstil sage ich mal wieder nicht ganz so viel. Die Bücher sind nicht sonderlich anspruchsvoll, im Gegenteil, man liest die Geschichte einfach so weg, ohne die geringste Anstrengung. Außerdem werden einige Wörte bzw. Sätze echt andauernd wiederholt. Ich hatte beim Lesen einen Textmarker in der Hand und habe "Ich werde rot", "meine innere Göttin", "mein Unterbewusstsein" und "Wow" markiert. Ich habe nicht nachgezählt wie oft was jetzt vorkam, aber es hat doch irgendwie Spaß gemacht. Zumal meine Finger irgendwann wehtat, weil ich die Kappe vom Textmarker dauernd ab machen und wieder drauf machen musste. Aber dieses ganze Angemaker hat wenigstens dafür gesorgt, dass das Lesen etwas aufregend blieb und ich nicht einfach nur die Seiten überflogen habe. Das hätte man nämlich gut machen können, man hätte nichts verpasst, denke ich.

Alles in allem war das Buch fast noch unerträglicher als das erste, fand ich, da in diesem die Charaktere noch schlimmer wurden, ich mochte Ana und Christian noch weniger als vorher. Von Kate und Elliot hat man nicht viel mitbekommen, aber dafür von Mia und Ethan. War das eigentlich wirklich nötig? Musste es sein, dass sich Christians und Elliots kleine Schwester in Kates großen Bruder verliebt, zumal Christian ja mit Kates bester Freundin Ana zusammen ist und Elliot und Kate ein Paar sind. Ein bisschen zu viel des guten, oder?
Abgesehen von den Charakteren war der Schreibstil wieder zu ertragen, aber auch nicht sonderlich toll. Die Handlung war eigentlich ziemlich langweilig, bis auf ein paar einzelne Szenen kann ich mich schon wieder an kaum etwas erinnern, weil einfach so viel auch rausgeschmissen werden könnte, das nicht wirklich wichtig für die Geschichte ist.
Band zwei fand ich dank der schrecklichen Liebesgeschichte die hier mehr eine Rolle gespielt hat noch schlechter als Band 1. Aber was soll ich sagen, ich habe trotzdem schon mit Band 3 angefangen, wenn schon denn schon ;D

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